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Zur Volksbefragung „Areal Sportplatz Wördern“

Die Bevölkerung hat sich mit knapp 2/3 gegen das Projekt Sportplatzverbauung ausgesprochen.
Insgesamt haben 2387 Bürger/innen mit NEIN gestimmt, lediglich 1280 geben dem Projekt in der
vorliegenden Form ihre Zustimmung.

Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei fast 44%, was dafür spricht, dass es den Menschen ein
wichtiges Anliegen ist, bei solchen Großprojekten mitreden zu können.
Die Gemeindegebiete Hadersfeld, Hintersdorf und Kirchbach, also die Gebiete die definitiv am
geringsten von den Bauplänen betroffen sein würden, kamen dabei auf weniger als 30%
Wahlbeteiligung. Anders sieht es in den Kerngebieten Wördern I-IV und St.Andrä I+II aus. Deutlich
mehr als die Hälfte der jeweils wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger hat ihre Meinung geäußert
und sich mit teilweise überwältigender Mehrheit gegen das Projekt in der kommunizierten Form
ausgesprochen.

Dieses Ergebnis ist wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass die im Vorfeld geführten
Diskussionen sehr polemisch und populistisch geführt wurden. Von massenhafter Zuwanderung,
unerwünschter Verstädterung und einem völligen Zusammenbruch der Infrastruktur war auf Seiten
der Gegner die Rede.
Von einer wirtschaftlichen Jahrhundert-Chance und der Lösung aller Wohnungsnöte unserer Jugend
bis hin zur perfekten Verkehrs- und Parkraumplanung sprachen die Befürworter.
Die Fakten blieben dabei irgendwie auf der Strecke: Nach dem aktuellen Architektenentwurf ging es
gar nicht mehr um 350 Wohnungen. Das wäre vielleicht im Rahmen eines Sozialwohnbauprojekts
nach dem Planungsstand zum Zeitpunkt der Umwidmung vor rund 20 Jahren das Ziel der damaligen
SPÖ-Gemeindeführung gewesen. Spätestens nach den Workshops heuer mit den Anrainern und den
doch massiven Einschnitten in die Pläne, waren nicht einmal mehr 200 Wohneinheiten möglich.
Durch die geschickte Verteilung der Baumaßnahmen auf mehrere Jahre hinaus hätte auch die
Infrastruktur wie Kanal, Wasserversorgung und das Verkehrskonzept schrittweise und maßvoll
mitwachsen können.

Aber leider ist einem Umfeld von parteipolitischen Grabenkämpfen und populistischer Angstmache
(diesmal nicht von rechts außen) keine sachliche Diskussion mehr möglich gewesen.
Irgendwie hatten ja alle ein bisschen Recht und doch lagen auch alle ein bisschen daneben, was die
korrekte Darstellung des Vorhabens angeht. Egal; jetzt gibt es das Ergebnis einer Volksbefragung und
die einzige Frage die jetzt noch bleibt ist die, wie der aktuelle und allenfalls der zukünftige
Gemeinderat mit diesem Votum umgehen wird?
Schließlich hat die SPÖ das Projekt seinerzeit mit der Umwidmung des Sportplatzes ins Rollen
gebracht und jetzt eine Volksbefragung „dagegen“ ins Leben gerufen. Sollte die SPÖ also irgendwann
hier wieder den Bürgermeister stellen, fallen sie dann vielleicht nochmal um und bauen dann doch
350 Sozialwohnungen? Denn das worüber abgestimmt wurde, war der aktuelle Projektentwurf, nicht
aber die grundsätzliche Entscheidung, das Areal des heutigen Sportplatzes zu bebauen! Diese
generelle Entscheidung steht sowieso außer Diskussion.

Bindend ist das Ergebnis von heute übrigens nicht! Niemand hat im Vorfeld gesagt, wie man mit dem
Votum umgehen wird. Das Ganze hat jedenfalls viel Staub aufgewirbelt, sogar im überregionalen
Radio war diese Volksbefragung ein Thema und je nachdem, welches politische Couleur den
Pressetext verschickt hatte, waren auch die Berichte sehr polarisierend. Es sollte sich also jeder gut
überlegen, wie man mit diesem lebendigen und respektablen Beispiel basisdemokratischer
Entscheidungsprozesse umgehen möchte!

Ignorieren oder gar „Drüberfahren“ ist nicht angebracht! Stur blockieren und verhindern sind aber
auch keine konstruktiven Ansätze!
Darum werden wir als Bürgerliste jetzt intensive Gespräche mit allen Parteien suchen, um möglichst
rasch eine von einer breiten Zustimmung getragene Lösung zu finden.